Wandlung der deutschen Sprache – abc.etüden

Die Etüden-Wochen haben wieder begonnen. Bei Christiane findet man alle Erklärungen dazu. Dieses Mal hat Judith  Blog „Mutiger Leben“, die Wörter gewählt.

Mopsen, fabelhaft, Schmutzfink

Wandlung der deutschen Sprache

Mopsen“, was für ein seltsames Wort. Ähnlich seltsam, wie „vögeln“. Es existieren Wörter, die mag ich einfach nicht. Sie lösen in mir regelrecht Unbehagen aus. Gefühle, für die ich nur schwer Erklärungen finde.

Bei anderen Wörtern wiederum, verspüre ich einfach fabelhafte Gefühle. Manchmal sogar bei Fremdwörtern, die sich doch eigentlich immer durch einen deutschen Ausdruck ersetzen lassen würden. Es würde anfänglich halt noch für eine Weile ungewohnt klingen, doch dann irgendwann…

Ich bedaure es sehr, dass die deutsche Sprache immer mehr durch Wörter anderer Sprachen durchsetzt wird. Ich gehöre schließlich zu den Verfechtern der deutschen Sprache. Sie ist so herrlich melodiös und bietet so viele herrliche Begriffe, die sich kunstvoll zusammensetzen lassen.

Ich könnte mir vorstellen, dass sich die alten Dichter und Schriftsteller, wie Goethe, Schiller, Heine, Fontane, Klopstock, Lessing, von Kleist – und wie sie noch alle heißen – im Grabe umdrehen würden, wenn sie mitbekämen, wie ihre großartige Sprache verschandelt wird. Vermutlich würden sie das als entehrend empfinden und eine Person, die zu dieser Wandlung beiträgt, als „Schmutzfink bezeichnen.

(171 Wörter, ohne Überschrift)

(c) Schreibnische, Geschichtenweise

20 Kommentare zu „Wandlung der deutschen Sprache – abc.etüden

  1. Wie sehr mittlerweile die deutsche Sprache verhunzt und oft höchst bizarr veramerikanisiert wird, macht mir seit etlichen Jahren schon sehr schwer zu schaffen. Mittlerweile bemüht man sich ja nicht einmal mehr in den seriösen Medien um korrekte Grammatik und Wortwahl. Grausig! Natürlich muss sich Sprache auch wandeln – aber wie sehr sie seit einer geraumen Weile schon verunstaltet und missbraucht wird, erweckt in mir das kalte Grausen…

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    1. Oh, da stimmen wir beide doch denselben Klang an – oder so ähnlich. Ich empfinde wahrlich genauso wie Du und ich weigere mich strikt, diesen Sprachgebrauch mitzumachen. Selbst wenn ich dadurch altbacken und unmodern betitelt werde. Ich stehe dazu.

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  2. Super! (Auch ein Fremdwort 🤭😃) Dann schreibe ich doch einfach: Schön, gefällt mir! Ich bin übrigens auch gegen Fremdwörter, zumindest sollen sie nich so häufig eingesetzt werden.
    Liebe Grüße
    Rosa

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    1. Ja, das stimmt wohl – und danke für Deinen Kommentar, Rosa. Sicher sind schon viele fremde Wörter in der deutschen Sprache eingebunden und gehören einfach dazu. Unabhängig davon finde ich es wichtig, einfach mal darüber schreiben zu können und sich das vor Augen zu führen.
      Liebe Grüße
      Lilli

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  3. Ich verstehe Deine Haltung, Lilly, und respektiere sie natürlich. Auf der anderen Seite sind wir aber ja nicht nur Empfänger sondern auch Sender, weil wir jemanden erreichen wollen. Und damit er uns versteht, sollten wir bestenfalls versuchen, ihn in seiner Sprache zu erreichen.
    Insofern muss man vielleicht Beides beherrschen.

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  4. Ich denke jede Zeit hat ihre „eigene“ Sprache und jede Zeit sollte sie auch haben.Sonst würden wir heute alle noch sprechen wie Walther von der Vogelweyde, und da hätten sich spätestens dann Goethe und Schiller sicher auch drüber mokiert.
    Die Jugendlichen haben doch vorübergehend auch eine eigene Sprache, mit der sie sich offensichtlich besser verstehen.
    Veränderte Sprache ist Fortschritt, auch in unserem Denken.
    LG Werner

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    1. Hallo Werner,
      jeder soll Sprache mögen, ganz nach seiner Fasson. Es ist eben einfach nur meine Meinung. Besser beschrieben vielleicht mit meinem Sprachgefühl. Ich kann mit den „neumodischen“ Wortkreationen nichts anfangen. Oft lege ich sogar Texte, Bücher und dergleichen, die in dieser Art geschrieben sind, beiseite, weil es mir keine Freude bereitet es zu lesen.
      Bei mir lösen Wörter Gefühle aus. Es ist, als würde in ihnen Leben stecken. Die „neuen“ Begriffe und teilweise auch die neuen Formulierungen oder Wortgebräuche, lösen bei mir nichts aus. Sie sind für mich wie tote Materie. Ich kann dazu keine Beziehung aufbauen.
      Entschuldige bitte, aber anders kann ich es gerade nicht erklären. Meine Meinung dazu ist eben auch total subjektiv.
      Allerdings habe ich auch zu Fortschritt eine ganz ureigene Einstellung. Nicht jeder Fortschritt ist auch positiv, nur weil es Fortschritt ist oder sich so nennt… Aber ich habe noch nie Modeerscheinungen oder „Neuerungen“ automatisch mitgemacht oder mitgetragen.
      Liebe Grüße Lilli

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  5. Liebe Lilli,
    mal was ganz anderes – danke dir.
    Ich finde auch, dass du die Wörter sehr „fließend“ eingebunden hast. Und ja, soll, darf, muss Sprache sich wandeln – das ist eine Frage, die mich auch immer wieder beschäftigt.
    Es wird ja gesagt, dass sich alles wandelt – dann ist es nur logisch, dass sich die Sprache auch (mit)wandelt. Manchmal geht dann was Schönes verloren, ein anderes Mal kommt was Schönes neu dazu.
    Ich mag – unter anderem – gern Wörter, die ich noch von früher kenne und die heutzutage kaum mehr gebraucht werden. Daher resultieren das „mopsen und der Schmutzfink“. Und fabelhaft ist halt einfach fabelhaft.
    Liebe Grüße
    Judith

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    1. Hallo liebe Judith,
      bei Deinen Zeilen habe ich herrlich geschmunzelt. Natürlich ist alles berechtigt und jeder hat so seine eigene Meinung. Es ist eben einfach nur das, was ich empfinde. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich gibt es auch Begriffe von „früher“, die wirklich schön sind und wenn ich dann mal wieder Goethe lese oder andere „alte“ Dichter, dann kann ich in deren Sprache so richtig mitfließen. Lese ich etwas der „heutigen“ Sprachweise, dann kann es schon mal passieren, dass ich einfach aufhöre, weil es mir keine Freude bereitet. So geht es mir. Schmutzfink ist ein Wort, das gefällt mir übrigens auch…
      Liebe Grüße, Lilli

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      1. Liebe Lilli,
        Oh, ich hoffe, du hast meine Zeilen nicht so verstanden, als habe ich dir etwas absprechen wollen. Natürlich darfst und sollst du dein Empfinden haben – ich meinte nur, dass sich Sprache wohl immer ändern wird, ob wir wollen oder nicht. Und ja, ich finde auch, dass wir für manche Wortwahl durchaus aussagekräftige deutsche Wörter hätten.
        Abendgrüße
        Judith

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        1. Guten Morgen liebe Judith,
          gestern war wohl nicht so mein Tag, als ich auf Kommentare antwortete. Alles ist gut – wirklich. Auch gestern war schon alles gut.
          Ich habe hier eine ziemlich besch…. Internetverbindung. Ständig stürzt alles ab und schon geschriebene Zeilen verschwinden plötzlich einfach wieder. Irgendwann verlor ich gestern wohl den Zusammenhang und die Antworten meinerseits vermischten sich irgendwie …
          Natürlich verändert sich die Sprache ständig. Es gibt Worte, die heute kein Mensch mehr sagt und vor wenigen Jahren waren diese noch hochmodern.
          Als ich den Beitrag schrieb, ging es mir in erster Linie darum, die Begriffe der abc-etüde unterzukriegen und einen Text zu formulieren, mit dem ich konform gehen konnte. Wie du siehst, benutze auch ich Fremdwörter. Viele Wörter haben sich in unserer Sprache etabliert und es wird auch weitere Wörter geben, die auch in meinem Wortschatz – wie selbstverständlich – einen Eingang finden werden. Vielleicht ist es mir aktuell einfach nur zu extrem. Naja, es ist eben auch mal ganz gut, einen kritischen Blick auf das Geschehen zu werfen und nicht alles wie selbstverständlich mitzumachen, zu übernehmen und auch anzunehmen.
          Ich bin aber auch momentan auf dem Weg des „nur meine Meinung mitteilen“… oder so ähnlich.
          Ich höre mal an dieser Stelle auf – ich tauche schon wieder viel zu tief in dieses Thema ein und mir fallen immer neue Argumente, Beispiele, Details und auch Einzelheiten dazu ein.
          Dir einen ganz herrlichen Tag
          Lilli

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  6. Ich kenne das auch, dass ich manche Wörter lieber als andere mag, es mag eine Frage des Schriftbildes oder des Klangs sein. Auch bei mir stehen „mopsen“ und „vögeln“ nicht sonderlich hoch im Kurs, was möglicherweise an Assoziationen liegt, die ich dazu habe, oder an den Sprachebenen, wo sie normalerweise Verwendung finden …
    Interessant fand ich aber, dass alle drei Wörter, die Judith ausgesucht hat, schon im „Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm“ (auch online) zu finden sind (und „vögeln“ sowieso).
    Was du ansprichst, wird viel diskutiert: Soll/muss sich die Sprache wandeln, und wenn ja, wie? Eine Antwort habe ich darauf auch nicht, aber ich glaube kaum, dass sich der Prozess aufhalten lässt.
    Danke dir für deine Sachetüde, schön, dass du dabei bist! :-D
    Herzliche Grüße
    Christiane ;-)

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    1. Danke Christina für deinen Kommentar und für das „schön, dass du dabei bist!“
      Das mit der Sprache ist in letzter Zeit häufiger mein Thema und so kam es irgendwie von ganz alleine, dass ich diese drei Wörter jetzt in dieses Thema eingebunden habe. Passiert mir manchmal, dieses „von ganz alleine“, beim Schreiben.
      Ansonsten freue ich mich auch, die abc-Etüden entdeckt zu haben. Ist schon spannend, was aus drei Wörtern alles gebildet wird und werden kann.
      Für Dich einen zauberhaften Tag. Vielleicht stürmt und regnet es ja in Hamburg nicht so dolle…
      Herzliche Grüße,
      Lilli

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