Die Unendlichkeit des Himmels

„Die Menschheit ist ein Fluß des Lichts, der aus der Endlichkeit zur Unendlichkeit fließt.“

(Khalil Gibran)

Quelle: Meine erinnerung im Kopf

Der Himmel ist so weit. Ein Blick in die Unendlichkeit. Einfach bis zum Horizont und sicher geht’s dahinter noch weiter. Nichts versperrt die Sicht. Kein Haus, kein Baum und selbst, wenn irgendwo etwas Hohes steht, wie die hässlichen Windkrafträder oder die immer mächtiger werdenden Strommästen, die wie Kraken in die Landschaft betoniert werden, so bleibt doch in anderen Richtungen die Sicht ungetrübt voller Natur und Reinheit.

Nirgendwo sonst habe ich bisher so einen vielseitigen Himmel gesehen. Nie solche Wolkenformationen. So viele Farben am Himmel und so viele Veränderungen im Laufe eines einzigen Tages. Heute sah ich wieder einen Regenbogen, als ich in unsere Straße einbog. Ein Regenbogen, der sich über die Felder spannte. Es ist wieder einmal windig heute. Kein Sturm. Regnerisch dazu und obwohl kühl und frisch, doch nicht wirklich kalt. Hin und wieder kämpfen sich ein paar Sonnenstrahlen durch den Wolkenteppich. Doch diese behalten die Oberhand und drängen sich kurzerhand wieder dazwischen.

Vor ein paar Tagen sah ich immer wieder einen Silberreiher. Vermutlich war es nicht ein und derselbe. Die Strecke dazwischen war doch ziemlich weit und die Wahrscheinlichkeit, er sei mir gefolgt, doch ziemlich gering.

Ich hätte ein Naturmensch werden sollen. Ein Waldmensch vielleicht. Oder so ein Wesen im Meer, ein bisschen Mensch und ein bisschen Fisch. Doch es ist schon ganz gut, der Stadt entflohen zu sein. Hinein in die Natur. Dorthin, wo nur wenige Menschen leben. Noch genug, um nicht sozial zu verarmen.  Dort, wo die Natur noch mehr Raum einnimmt, als Straßen, Häuser und Geschäfte und Bürogebäude. Wo die Straßen noch schmal sind und die Gärten groß. Es gibt noch diese Orte und das ist auch gut so.

Hier ist es noch ruhig. Man hört den Wind. Man hört die Vögel und den Hund, der auf dem Hof in der Ferne bellt. Man hört die Katze klagen, die nachts ums Haus schleicht. Man hört die Vögel. Hier gibt’s kein permanentes Geräuschrauschen. Ich bin dankbar, hier sein zu können. Ich bin froh, mich für das Hier entschieden zu haben.

Natürlich ist das einfach nur meine Einstellung und meine Meinung. Die entwickelte sich im Laufe der Jahre. War nicht immer so.

Jetzt blicke ich rüber auf einen Baum, dessen dicker Stamm von wildem Wein umrankt wird. Wilder Wein, der rot in den wenigen Strahlen der Sonne leuchtet. Ich werde in unserem Garten auch wilden Wein anpflanzen.

© Schreibnische, Geschichtenweis

2 Kommentare zu „Die Unendlichkeit des Himmels

  1. Ich denke, dass du bereits ein Naturmensch bist. Oder zumindest auf dem besten Wege dazu. Deine Blogposts haben gar keine Bilder nötig, denn du schreibst so schön, dass man die Szenerien, die du schilderst, beim Lesen so eindringlich vor Augen hat, als wäre man selber dort, bei dir.
    Herzliche Grüße!

    Gefällt 1 Person

    1. Es freut mich, dass Du das schreibst. Es freut mich sogar sehr.

      Bei diesem Blog überlegte ich anfänglich, ob ich die Beiträge mit Fotos schmücke oder ob ich es sein lasse. Ich entschied mich gegen die Fotos, weil ich versuchen wollte, alles, was ich mitteilen will, durch die Sprache hinzukriegen.

      Von daher ist Dein Kommentar auch wie ein Geschenk und eine Bestätigung für mich.

      Für Dich auch herzliche Grüße.

      Gefällt 1 Person

Schreibe eine Antwort zu Geschichtenweise Antwort abbrechen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s